Der Jahrtausend-Fuchsgeist - Präsentation

Saphira ist ein ganz normales Mädchen. Eines Tages fährt sie mit ihrer Familie auf einen kurzurlaub in ein Tal namens Alberttal. Dort allerdings hat sie Streit mit ihrer Oma. Sie läuft weg und dann passiert eine Katastrophe. Von einem Steinbruch fällt ein riesiger Stein auf Saphira herab. Vollkommen schwach und verletzt nähert sich ihr eine Gestalt. Kann dieses Wesen ihr Leben bewahren? Was wird aus ihrer Familie? Wird sie ihr Schicksal ertragen? All das erfahrt ihr in dieser Geschichte. Ein Abenteuer beginnt!


Meine zwei Schnupperkapiteln sind auch auf Animexx auffindbar.

Prequel auf Animexx

Band 1 - Kapitel 1 & 2 auf Animexx


Der Jahrtausend-Fuchsgeist

the Prequel


Völlig verschlafen lag Kandor auf der Wiese, direkt vor dem See. "Kandor? Hast du mal wieder zu lange in den See gestarrt?". Secundas Serenitas sah ihn erwartungsvoll an. "Oh, hallo Seth." antwortete Kandor gähnend. "Wie typisch für dich!". "Ach, halt doch einfach den Mund." antwortete er. "Du weißt, dass du nicht zu lange in den See sehen darfst, Kandor.". "Ja, ich weiß es, und jetzt verschwinde.".

"Nein, tut mir leid, das kann ich nicht tun. Du weißt doch sicher noch, was wir uns ausgemacht haben, oder?". Kandor nickte. "Na dann komm, du alter vielschläfer." fauchte Seth. Kandor stand ohne einen Mucks auf und folgte ihm schläfrig. "Los." sagte dieser. "Was wird das? Wieso stehen wir vor dem Baum der Seelen?" fragte Kandor verwirrt. "Sag nicht, du hast es vergessen.". Kandor schüttelte den Kopf. "Warum bist du so erpicht darauf, in die Welt der Menschen zu gelangen?" fragte er. "Weil ich neugierig bin. Ich will wissen, wie es in der materiellen Welt aussieht." antwortete Seth. Kandor stöhnte.


Doch wie aus dem nichts heraus hörte man Pferdehufe über den Erdboden donnern. "Was passiert hier?". Kandors Blick wurde ernster. Seth schwieg. Auch sein Blick wurde zunehmend ernster. Die nächsten paar Minuten waren schweigeminuten. "Kandor, bring dich in sicherheit!" rief Seth. Er gab Kandor einen Stoß und er wurde in den Baum der Seelen gezogen. Die Zeit verlief viel zu schnell. Kaum sah Seth die Krieger, war es auch schon passiert. Ihr gesamtes Heimatdorf wurde vernichtet. Der Baum der Seelen, sowie der Geistersee. Doch was ist mit Kandor passiert? Lebt er noch?


"I wish, it never happened."


"SETH!". Kandor war aufgewacht. Doch wo er sich befand, stellte ihn vor ein Rätsel. Er machte große Augen, als er das strahlende Blattgrün sah, das an den Bäumen hing.

"Ist das vielleicht die Menschenwelt?".


Viele Jahre gingen ins Land, bevor Kandor etwas sonderbares widerfuhr. Die ersten Menschen, die er seit seiner Ankunft antraf, unterhielten sich in kleinen Zelten.

Doch noch bevor er alles hören konnte, stieg jemand aus einem der zwei Zelte.

Wer war dieser jemand?


"Während ich am Abgrund steh'...

Immer wieder sag, es tut mir weh...


Das Feuer in mir erlischt und

Frischer Wind sich zu erheben vermag...

Die Zeit nicht verwischend...

Ist in des einen Herzen...


Die Spur der ewigkeit...

die des Lichtes sich zu erkennen gibt."

Kapitel 1: Schicksalsschlag

Um mich herum wurde alles ganz still. Ich lag auf einer liege, die mit weißem Material abgedeckt ist. Ganz plötzlich fielen meine Augen zu, und ich schlief tief und fest. Ich hatte keinen Traum. Denn diese Situation war herbeigerufen. Ein MRT wurde mit mir gemacht, und das in Vollnarkose. Nachdem ich aufwachte, war ich leicht benommen. Ich sah alles doppelt, aber mir machte diese Sichtweise spaß. Ich fühlte mich wie ein Schnitzel. Geschnitten, geklopft und gebraten. Aber bald stand ich wieder auf meinen Beinen.

Es war bereits der nächste Morgen. Ich stand früh auf, denn heute war ein Ausflug ins Alberttal geplant. Natürlich war ich davon gar nicht begeistert, aber ich musste mitfahren. Wir packten unser kleines Gepäck und fuhren dann auch schon los. Die Autoreise dauerte 2 Stunden. Wir kamen schnell im Alberttal an und packten unsere Zelte aus. Meine Familie war dabei. Es war meine Oma, mein Opa, meine Mutter und mein Vater dabei. Also gab es zwei zelte. Ich, oma und Opa waren im blauen Zelt, und Mutter und Vater durften das rote zelt verwenden. "Hey Oma! Mach doch mal platz, ich bin hier eingeengt." fauchte ich. "Saphira, du hast genug platz. Dein Verhalten ist gerade unpassend!" rief Oma. "Was!? Mein verhalten? Sieh dich doch an! Du bist alt und gebrächlich! Schäm dich!" rief ich. "Ändere sofort deine Art, sonst schläfst du draussen!" stöhnte Oma. "Gut, dann gehe ich jetzt freiwilig hinaus!" krächtste ich. Mit einem Schwung war ich aus dem Zelt hinaus und ging zum Steinbruch der ein paar Meter vom Zeltlager entfernt war. Ich schaute den Hang hinauf. Völlig in Gedanken versunken passte ich nicht auf. Ich war unvorsichtig. Plötzlich machte es einen riesigen Kracher. Ein Stein flog auf mich herab. Er fiel mir auf den Rücken. Ich war noch bei Bewusstsein, aber es war grauenvoll. Ich konnte nun nichts weiter tun, als auf dem Bauch liegen zu bleiben, und auf Hilfe zu warten. Mein Kopf fing bereits an zu Bluten. Plötzlich spürte ich eine starke ungewöhnliche Präsenz. Ich war bereits halb weggetreten, als eine schwarze Fuchsgestalt auf mich zukam. Sie blieb neben mir stehen. Der Fuchs sah mich kurz an, und legte seine pfote auf meine Stirn. Eine dunkle Energiewelle durchfuhr mich, und plötzlich spürte ich keinen Schmerz mehr. Als er seine Pfote wieder abnahm, hörte ich den Fuchs sprechen. "Wie ist dein Name, menschling?" fragte er. "S-Saphira..." flüsterte ich halb weggetreten. "Saphira... ein wunderschöner Name..." sprach er, "was hast du getan? Du warst unachtsam und das kostet dich jetzt dein Leben!" ächzte er. "Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Kandor, und ich bin ein Xeranta. Xeranta's sind Geister in Tiergestalten. Sie haben ungewöhnliche Fähigkeiten. Doch man trifft uns nur bei Vollmond. Du hast Glück." stöhnte er und blickte Saphira an. "Du wirst nur mehr ein paar Minuten leben. Also komme ich gleich zur sache..." sein Blick wurde ernst "Ich kann dein Leben retten. Allerdings musst du mit mir einen Pakt schließen. Mein Element ist die Erde. Du wirst viele fähigkeiten bekommen. Aber der Preis ist deine Familie. Sie werden dich vergessen, als ob du niemals da gewesen wärest. Der Pakt ist unzerstörbar." er schloss die augen und atmete einmal laut ein und aus. "Bist du damit einverstanden?" er sah mir in die Augen. Er meinte es scheinbar ernst. "Ja..." flüsterte ich mit meiner letzten Kraft und fiel schließlich in Ohnmacht. Logischerweise merkte ich ab jetzt nichts mehr, also ist die erzählung ab sofort von Kandor.

Noch zum selben Zeitpunkt stand ich neben Saphira. Sie war Bewusstlos, aber noch am leben. Ich überlegte kurz etwas, und machte mich dann an die Arbeit. Mit der einen Pfote griff ich kurz in mein langes Fell, und holte eine kleine schwarze Kugel heraus. Die Kugel hatte folgenden nutzen. Sie dient als Paktstabilisator und regeneriert die Energie des Wirts. Sie muss bis zur abgeschlossenen Regenerierung im Mund des Wirts verweilen. Also steckte ich die winzige Kugel in Saphira's Mund und begann die Transformation. Ich musste meine Gestalt verändern, um den Pakt zu vervollständigen. Meine Geisterform eines Fuchses wandelte sich zu der einer Lichtkugel. Ich wartete noch einen Moment, und schwebte dann in richtung ihres Kopfes. Die Kugel musste sich zuerst selbst aktivieren, damit alles glatt läuft. Die aktivierung erfolgt durch die Wärmeausstrahlung. Als ich ihre aktivität spürte, berührte ich Saphiras Stirn. Mehr und mehr verschwand ich in ihrer Stirn. Das dauerte gerade einmal knappe zwei Minuten. Als ich komplett drinnen war, fing die Energieregenerierung an. Der Pakt war vollendet. Ich tat es zwar nicht gerne, aber ich musste für eine Weile Saphiras Körper übernehmen. Ich machte die Augen auf, und versuchte den Stein von meinem Rücken zu bekommen. Dies klappte auch, und ich saß bereits aufrecht. Leider hatte ich nie einen Körper, und musste mich deshalb noch daran gewöhnen. Wie bereits erwähnt, tat ich das nicht gerne. Aber es war zu ihrem Wohl. Ich konnte sie nicht verbluten lassen. Als ich mich an das gefühl gewöhnt hatte, stand ich auf. Ich merkte die Zahlreichen Verletzungen. Am Kopf, am Rücken, am Bauch und viele Blutergüsse. Langsam hinkte ich in richtung der Straße, die ich vor kurzem entdeckte. Da fiel mir plötzlich ein, dass doch hier in der nähe ein Dorf war. Es war genau hinter dem Berg, auf der anderen Straßenseite. Geschätzt waren es 100 Meter. Ich machte mich sofort auf den Weg. Schmerzen konnte ich keine Spüren, aber die Verletzungen schränkten die Bewegung ein. Es war ein schwerer Weg, aber ich kam schnell an. Gerade am Dorfeingang angekommen, lief eine Frau zu mir. Sie sah mich erst skeptisch an, entdeckte aber gleich die schwere verletzung am Kopf. "Mädchen, was ist los? Brauchst du meine Hilfe?" rief sie. Ich nickte, weil meine Stimme durch Saphira etwas merkwürdig klingen würde. Sie hob mich hoch und trug mich in ihre kleine Hütte. Dort angekommen legte sie mich in ihr Bett und sie sagte mir "Ich werde jetzt deine verletzungen behandeln, leg dich doch bitte auf den Bauch.". Das tat ich. Sie reinigte den riesigen Bluterguss mit den wunden stellen und legte mir einen verband an. Das selbe am Bauch. Dann drehte ich mich wieder auf den Rücken. Sie sah sich kurz die Wunde am Kopf an. "Deine Wunde am Kopf ist lebensgefährlich. Ich werde sie mit einem Druckverband behandeln." rief die Frau. Sie holte aus der Küche einen kleinen Sterilen fetzen und legte ihn auf die Wunde. Danach schlingte sie den verband darum. Es ging sehr schnell. Nach einigen Handgriffen durfte ich mich wieder hinlegen. Ich konnte ihren Körper jetzt nicht verlassen, denn der Pakt erzwingt die vereinigung von Geist und Wirt. Außerdem war die Regerierung erst zu 12% abgeschlossen. Also zog ich mich in ihr zurück und ließ sie schlafen. Das war ein echt schwerer Unfall.

Es wurde Morgen. Saphira kam langsam wieder zu sich. Als erstes merkte sie die Kugel in ihrem Mund. Aber ich funkte dazwischen. "Saphira! Lass das bitte! Lass die Kugel drinnen!" rief ich. "Hä? Bist du in mir?" rief Saphira. (Ab jetzt erzählt Saphira wieder.) "Ja, denn der Pakt erzwingt die Vereinigung von uns beiden." antwortete Kandor. "Hm." seufzte ich. "Die Kugel in meinem Mund, Kandor, was ist das?" fragte ich. "Das ist der Paktstabilisator. Er unterstützt den Paktvorgang und Regeneriert zugleich deine Lebensenergie." "Aha, okay. Was ist mit mir los?" rief ich. "Kannst du dich denn nicht mehr erinnern, saphira?". "Das meinte ich nicht. Ich wollte sagen... warum bin ich auf einmal so ruhig und freundlich? Ich war doch bis vor kurzem angeblich noch sehr frech und unhöflich." sagte ich. "Das liegt bestimmt an meinem Element, die Erde. Sie wirkt beruhigend und ändert ungewollt die Persönlichkeit des Wirts. Sieh es ruhig als kleine Nebenwirkung." antwortete Kandor. "Aber du musst die Kugel noch solange drinnen lassen, bis ich dir sage, dass du sie rausnehmen oder schlucken kannst.". "Hey, Kandor!". "Ja, was ist?". "Wieso hilfst du mir?". "Nun, ich konnte dich ja nicht einfach sterben lassen. Außerdem bin ich sowieso auf Reisen." antwortete Kandor. "Wir sprechen gerade über Telepathie, oder?" "Nein, Saphira. Ich kann deine Gedanken hören, weil ich in dir bin!" jammerte Kandor. "Aber ruh dich jetzt noch etwas aus. Du hast einen schweren Unfall gehabt.". "Apropo: Wie bin ich hier hergekommen?" fragte ich. "Ich musste deinen Körper kurzzeitig übernehmen, um dich in sicherheit zu bringen, und damit du verarztet wirst. Sonst wärest du verblutet." antwortete Kandor. "Okay, dann werde ich jetzt noch etwas schlafen, Kandor." "Ist gut, ich bin da falls du etwas brauchst.". Ich schlief sofort ein.

Schnee. Überall Schnee. Klirrende Kälte und riesige Eispfützen. Es war tiefer Winter. Ein Krieg herrschte im Land. Nichts und niemand war sicher. Pfeile flogen umher, waffen schossen Projektile ab und schwerter schwangen über Pferdehälse. Die Zeit verlief wie in Zeitlupe. Ich stand vor einem Baum. Er war sehr groß, hatte viele weitreichende Äste. Von den Ästen hingen dutzende Lianenähnliche schnüre hinunter. Der Baum war inmitten eines See's angepflanzt. Auf einer Insel, die gerade mal so groß war, wie der Baumstamm selbst. Alles andere war im Wasser bzw. im Eis. Plötzlich hörte ich Pferdehufe donnern und soldaten ritten auf mich zu. Sie zerstörten mit ihren Waffen den Baum. Traurig musste ich mitansehen, wie ein so alter und schöner Baum einfach niedergemätzelt wurde. Selbst der Baum gab Geräusche von sich. Er quietschte, als wäre er aus Gummi. Aber als die Soldaten wieder weg waren, überkam mich ein Schock. Denn nun sah ich Kandor neben mir stehen. Er sah sehr traurig aus. Mit schweren Herzen drehte er sich um und lief davon. Ich rief ihn, aber er hörte mich nicht. Es war seltsam.

Plötzlich wachte ich mit einem Ruck auf und hörte Kandor in mir Weinen. "Kandor!?". "Guten Morgen, Saphira." sagte er. "Was war das eben? U-und wieso weinst du?" fragte ich. "Du hast bestimmt meine Erinnerungen gesehen. Meine Erinnerungen an den Baum der Seelen." stotterte er. "Der Baum der Seelen? Das war er?" stutzte ich. "Ja. Er wurde im Jahrhundertkrieg zerstört. Ich konnte den Baum hören. Er leidete unter seinem Tod. Er starb mitten im tiefsten Winter, den die Welt je gesehen hatte." "Oje..." jammerte ich. "Es war zu traurig um es zu ertragen, deswegen ging ich fort." sagte Kandor. Da kam plötzlich die Frau ins Zimmer. "Hallo, geht es dir wieder besser?" sagte sie. "Ja, mir geht es wieder etwas besser. Ich danke Ihnen." antwortete ich. Die Frau ging aber gleich wieder hinaus. Ich wollte auch gerade aufstehen, aber plötzlich hielt Kandor mich auf. "Nicht! Bleib liegen!" sagte er. "Was ist los?" fragte ich verdutzt. "Wenn du jetzt aufstehst platzt deine Wunde wieder auf." sagte er. "Ja, aber ich muss auf die Toilette." jammerte ich. "Okay, dann geh, aber sei vorsichtig!" sagte Kandor. Ich stand langsam auf und ging zur Frau hinaus. Sie zeigte mir wo die Toilette ist. Als ich wieder heraus kam, fiel ich plötzlich in Ohnmacht. (Ab jetzt erzählt Kandor!).

Kapitel 2: Der Hohepriester von Skandia.

"Oje, das ist gar nicht gut. Ich sollte besser etwas unternehmen." rief ich. Aber sofort kam die Frau. Sie sah genauso schockiert aus wie ich. Sie nahm Saphira hoch und trug sie zurück ins Bett. Aber sie wachte gleich im Bett wieder auf. (Ab jetzt wieder Saphira.)

*Hick* machte es. *Hick*. Ich hatte schluckauf bekommen. Beim dritten "Hick" verschluckte ich die Kugel in meinem Mund. Irgendetwas drückte mich an meiner Stirn. Aber ich erkannte nicht was, denn ich hatte keinen Spiegel dabei. Die Frau kam gerade ins Zimmer. "Saphira, ist alles okay? Du fielst plötzlich in Ohnmacht!" fragte sie. "Ich weiß es nicht. Irgendetwas bringt mich total aus dem Gleichgewicht. Mir ist immer plötzlich sehr schlecht." antwortete ich. "Ich habe eine Idee.". "Ja?" fragte ich. "Ich kenne einen Menschen, der dir helfen kann. Er ist Priester. Von hier aus kannst du mit dem Zug fahren. Die Zugfahrt dauert aber etwas länger. Du musst bis zum Skandiafall. Das ist ein Wasserfall, und daneben ist der Skandia Bahnhof. Zum Skandiafall kommst du durch eine Zahnradbahn. Ganz oben ist ein kleines Anwesen. Dort wohnt der Priester. Er wird dir sicher helfen." erzählte die Frau. Aber ich setzte mich gleich auf und machte mich bereit. Die Frau und Kandor. Beide wollten mich aufhalten, aber ich bin wollte einfach weg von hier. Ich ging vor die Türe und zog mir meine Schuhe an. Ich machte mich eilig auf den Weg zum Bahnhof.

Kurze Zeit später kam ich dort an. Ich erwischte gerade noch den letzten Zug zum Skandia Bahnhof. Ich setzte mich hin. "Saphira? Was sollte das eben?" fragte Kandor. "Soll ich etwa herumsitzen und auf besserung warten?" konterte ich. "Ich sagte dir doch, dass du vorsichtig sein sollst, weil sonst deine Wunden wieder aufplatzen." sagte Kandor. "Ja. Das tatest du. Aber ich will nicht ewig an einem Ort verweilen!". "Saphira, du bist wirklich unmöglich!" fauchte Kandor. Drei Stunden vergingen. Mittlererweile bin ich eingeschlafen. Als ich plötzlich durch die Durchsage "Skandia Bahnhof" aufgeweckt wurde, sah ich mich an. "Moment mal! Wieso habe ich auf einmal Fell?" fragte ich. "Du hast dich in einen Wolf verwandelt. Das kommt auch vom Pakt." antwortete Kandor. "Okay, dann muss ich eben auf vier Beinen gehen. Macht auch keinen Unterschied." sagte ich. Mit einem Ruck stand ich auf allen vieren und lief zum ausgang des Zuges. Der Schaffner sah mich an, und erschrak. Aber das war mir egal. Gleich auf der anderen Seite auf Gleis 2 fuhr die Zahnradbahn zum Skandiafall hinauf. Ich konnte ohne große mühe gleich einsteigen. Aber diese fahrt dauerte nur 10 Minuten. Wir waren oben angekommen. Dort ausgestiegen sah ich ein Gebäude. Es war ein kleiner Palast. Ohne einen Mucks ging ich zum Eingang. Aber es machte niemand auf. Also drehte ich mich um. Ich bekam urplötzlich einen riesen Schock. Denn die Zielperson stand auf einmal hinter mir. Der Hohepriester von Skandia. "Hallo Wolf. Mein Name ist Michael. Ich bin der Hohepriester von Skandia. Ich werde dir helfen. Ah! Du willst wissen wieso ich das weiß?" sagte er. "Nun, mein Gefühl sagt mir, deine Wolfsgestalt ist nur zwang. Du bist ein Mensch, hab ich recht?" fragte er. Ich nickte, und knabberte noch kurz an meinem Fuß. "Dann komm mal mit." sagte er freundlich. Ich folgte ihm in den riesigen Palast. Zuerst ging es durch eine große Eingangshalle, und dann weiter in einen Raum voller Kerzen. Dort setzten wir uns auf den Boden. Der Raum war vollkommen dunkel, es gab keine Fenster. Die einzige Lichtquelle waren die Kerzen. "Ich werde dich jetzt Reinigen. Lege dich bitte auf deine rechte Seite, mit dem Rücken zu mir und entspanne dich. Nach dieser Aktion wirst du deine Menschliche Gestalt zurück erlangen." sagte der Priester. Ich tat was er sagte. Also lag ich da jetzt, mit meinem schwarzen Fell vor den Knien des Priesters. Ich machte die Augen zu und entspannte mich. Er fing an. Er legte eine Hand auf meinen Kopf, und eine Hand ließ er an meinem Hals verweilen. Immer weiter und weiter entspannte ich mich. Doch dann schlief ich ein. Es war ein Erholsamer Schlaf. Ich hatte keinen Traum.

Ich wachte auf, als der Priester seine Hand an meinen Lendenwirbelbereich legte. Er atmete einmal tief ein und aus. Dann fiel er in Trance. Eine unglaublich starke Schockwelle durchfuhr mich, und die Energie versammelte sich in meinem Maul. Als der Priester wieder vollkommen da war, deutete er auf mein Maul. Ich machte es auf, und es fielen drei Perlenähnliche Schmuckstücke heraus. Urplötzlich verwandelte ich mich wieder zurück in einen Menschen. Aber ich hatte keine Kleidung an. Der Priester stand auf, ging aus dem Raum und kam gleich wieder mit einer Decke. "Das hast du gut gemacht." sagte er glücklich. "W-was denn?" stotterte ich. "Du hast dich gut entspannt, und mir somit sehr geholfen." sagte er. "Ich erkläre dir jetzt was ich mit dir machte." rief Michael. "Gut, ich habe mich noch nicht vorgestellt. Mein Name ist Saphira. Ein Xeranta hat mir das Leben gerettet." sagte ich. "Ein Xeranta?" stutzte Micheal. "Ja. Sein Name ist Kandor. Er musste durch den Pakt, der mich rettete, eine Vereinigung mit mir eingehen." erwähnte ich. "Er ist in dir? Interessant. Aber ich denke das ist er im Moment nicht." sagte er. "Denn Kandor ist mit dieser Reinigung in den Aquamarinschmuck übersiedelt. Leg ihn doch bitte an." erzählte der Priester. "Ja, aber wie? Ich habe doch keine Ohrlöcher!" sagte ich. "Oh, stimmt. Dann warte einen Moment, ich verwandle ihn zu einem Armreif.". Der Priester nahm die Perlen in seine Hand, und als er sie wieder öffnete, kam ein kleiner und dünner Armreif zum vorschein. "Es ist wichtig, dass du den Schuck am Ohr trägst. Aber da es ja derzeit noch nicht möglich ist, geht es nicht anders. Du musst bald wieder zu mir kommen. Wenn du dir Ohrlöcher stechen lassen hast, komm zu mir und ich verwandle den Schmuck zurück in die Ohrstecker." sagte Michael. "Ist gut." seufzte ich. "Du kannst hier übernachten. Ich werde dich morgen, zusammen mit Kandor, zur Heilquelle führen. Dort kannst du deine Wunden vom Wasser verheilen lassen." erzählte der Priester. Er führte uns über einen langen Gang in ein Zimmer. Es war nun schon Abend. Totmüde fiel ich ins Bett. Nach ein paar Minuten schlief ich ein.